Die allgemeine Annahme, dass jemand mit geringen Grundbildungskompetenzen keinen Schulabschluss besitzen kann, wird von den Ergebnissen der „leo. – Level-One Studie“ (2011) widerlegt. Während 20 Prozent der Betroffenen tatsächlich keinen Schulabschluss gemacht haben, können 80 Prozent Hauptschulabschlüsse bis hin zu einem Fachabitur und darüber hinaus aufweisen.

Die Wahrscheinlichkeit später zu den funktionalen Analphabet*innen zu gehören, liegt bei Erwachsenen ohne Schulabschluss bei nahezu 60 Prozent. In der Gruppe mit unteren Bildungsabschlüssen wird jeder vierte betroffen sein.

Bildungsabschluss* der funktionalen Analphabet*innen in %

    *untere Bildung: Hauptschulabschluss und darunter; mittlere Bildung: mittlere Reife, höhere Bildung: Fachabitur und darüber (inkl. vergleichbarer Abschlüsse, die in der ehemaligen DDR und im Ausland erworben wurden)

    Beruflicher Status von funktionalen Analphabet*innen in %

    Mit 56,9 Prozent sind über die Hälfte der Betroffenen erwerbstätig. Hierbei handelt es sich vorrangig um Hilfstätigkeiten. Insbesondere Tätigkeitsfelder, die auf körperlicher Arbeit basieren und ohne Berufsausbildung ausgeführt werden können, sind stark betroffen. Logistik-, Bau-, Metall-, Hotel- und Gastgewerbe oder Garten- und Landschaftsbau bieten ihnen Beschäftigung, aber auch alle Büros, in denen Hilfstätigkeiten anfallen.

    Anteil funktionaler Analphabet*innen in ausgewählten Tätigkeitsbereichen in %

    Baugewerbe (Hilfskräfte) 56%

     

     

    Büros, Gastronomie, Hotels (Hilfskräfte)
    40 %

     

    Transport- und Fracht-
    arbeiter*innen 34 %

     

     

    Hausmeister*innen, Hauswart*innen, ähnliche Berufe 30 %

     

    Fertigung (Hilfskräfte) 29 %

     

     

    Köch*innen, Küchenhilfen 27 %

    Grotlüschen, Anke; Riekmann, Wibke (2011): leo. - Level-One Studie. Presseheft. Universität Hamburg, Hamburg