Funktionale Analphabet*innen vollziehen täglich einen Balanceakt. Sie müssen ihren (Berufs)Alltag bewältigen, ohne die dazu heute notwendige Kompetenz in puncto Schrift und Sprache zu besitzen. Dies führt unter anderem zu bemerkenswerten Gedächtnisleistungen und zu kreativen Bewältigungsstrategien – was allzu oft höchste Anerkennung verdient (und schließlich auch als Ressource anzusehen ist).

Funktionale Analphabet*innen verbergen häufig, dass sie nicht richtig lesen und schreiben können. Um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, bedarf es eines hohen Maßes an Sensibilität. Hier einige Hinweise zur richtigen Ansprache bei Lese- und Schreibschwierigkeiten:

  • Vertraulichkeit und Anonymität schaffen
  • Thema nur in einer guten, konfliktfreien Atmosphäre ansprechen
  • Lese- und Schreibanlässe nutzen, um die Betroffenen anzusprechen
  • Gespräch nicht erzwingen, aber durch die Ansprache ermöglichen
  • Vertrauenswürdiger, sichere/r Gesprächspartner*in sein
  • Aktiv zuhören
  • Gesagtes nicht bewerten
  • Auswege anbieten
  • Aktivierende Fragen einsetzen

 

Wie Sie Ihre Einrichtung für das Thema sensibilisieren und welche Unterstützung Ihnen hierbei zur Verfügung steht, erfahren Sie auf der folgenden Seite „Unterstützung und Projektansätze“.